
Oft werde ich gefragt, wie ich überhaupt mit dem Schwimmen angefangen habe. Das habe ich dem Sichtungssystem der DDR zu verdanken, welches damals vorsah, in den ersten Sportstunden die Schüler zu den einzelnen Vereinen zu bringen. Und genauso war es auch bei mir. In meiner allerersten Sportstunde waren zwei Sichtungstrainer, die mich danach fragten, ob ich nicht Lust hätte, zum Schwimmen zu gehen. So fing alles an.
Anfangs war es nur schwimmen lernen und zweimal die Woche zum Spaß. So kam es, dass ich meinem ersten Verein, dem SV Lok Leipzig-Mitte beitrat. Als sich dann auch noch gute Leistungen einstellten, merkte ich, dass das Schwimmen für mich das Richtige ist. Deshalb entschied ich mich für den Leistungssport und wechselte gleichzeitig die Schule. Fortan besuchte ich von August 1996 bis Juli 2000 das Sportgymnasium Leipzig und absolvierte dort auch mein Abitur. Mit diesem Wechsel zog auch der Vereinswechsel gleich und seitdem ging ich für den SC DHfK Leipzig an den Start.
Nach dem Abitur 2000 begann meine Bundeswehrzeit für 10 Monate. Ich hatte allerdings das Glück, dass ich in der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Schneeberg stationiert war, sodass ich unter besten Voraussetzungen trainieren konnte. Allerdings war mit dies erst durch einen Wechsel zum SC Riesa möglich, sodass ich im Sommer 2000 an die Elbestadt umzog.
16 Monate später begann dann allerdings mein Informatik-Studium in Leipzig. Die tägliche Fahrerei zwischen beiden Städten war fast unmöglich, sodass ich nach Leipzig zurückkehrte und dort mit dem Schwimmen weiter machte.
Wiederum ein Jahr später zog es mich von der Pleiße an den Main. Seit August 2002 schwamm ich für die SG Frankfurt schwimme und wechselte mit Abschluss meines Studium zum Schwimm-Club Wiesbaden 1911.
Im Laufe der Jahre hatte ich mehrere Erfolge durch mein Schwimmen errungen, allerdings auch viele kleine und große Rückschläge erleiden müssen. Mein Bandscheibenvorfall im Sommer 2001 zählt bis heute zu den schlimmsten Erfahrungen, die ich in meiner Sportlerlaufbahn hatte. Vielleicht hat es mir aber auch die Augen geöffnet, dass im Leben die Gesundheit doch von enormer Bedeutung ist und man mit ihr nicht sorglos umgehen sollte.
Vor diesem Rückschlag gab es allerdings einen der schönsten Momente in meinem Leben. Ich durfte bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften 2001 in Braunschweig auf das Siegertreppchen steigen. Kurz zuvor hatte ich mir die Bronze-Medaille über 400m Lagen erschwommen. Eine schöne Belohnung für die ganze Arbeit der letzen Jahre und die Bestätigung, alles richtig gemacht zu haben.
Nachdem ich fast ein halbes Jahr aufgrund meiner Verletzung nichts machen durfte, rappelte ich mich wieder auf, um dem nachzugehen, was ich am Liebsten machte, einfach nur schwimmen und das mit aller Freude die ich hatte. Erst nach und nach konnte ich meinen Ausfall kompensieren und mich wieder dahin arbeiten, wo ich schon einmal war. Im Laufe der nächsten Jahre sollten sich die Erfolge auch wieder einstellen.